Vögel im Garten - Ganzjahresfütterung

Ganzjahresfütterung – warum?

Der Mensch greift massiv ins natürliche Geschehen seiner Umwelt ein. Durch Straßen- und Siedlungsbau und durch Monokulturen und Pestizideinsatz in der Landwirtschaft wird das natürliche Futterangebot für Wildvögel enorm reduziert. Auch in unseren Gärten ersetzen häufig Zierpflanzen und Exoten die heimischen Pflanzen, die wichtige Nahrungsquellen für Vögel darstellen. Blattläusen und Raupen wird mit der Chemiekeule zu Leibe gerückt.

Der Mensch greift massiv ins natürliche Geschehen seiner Umwelt ein. Naturflächen schwinden mehr und mehr durch Straßen- und Siedlungsbau, Nutzung von Flächen und Wäldern in Monokulturen, Herbizid- und Pestizideinsatz. Aufgeräumte Gärten, die leicht als Rückzugsraum für Vögel zu gestalten wären, in denen mit nicht einheimischen Pflanzen. Wildwuchs an Kräutern und Büschen, die früher die Landschaft prägten, sind kaum noch vorhanden. Insekten und Kleintiere finden keine geeigneten Lebensbedingungen mehr vor und stehen somit nicht mehr als Nahrungsquelle zur Verfügung.  bewirken eine enorme Reduktion des natürlichen Futterangebots für Wildvögel. Das Schrumpfen der Insektenpopulation um drei Viertel seit 1989 verschärft die Situation noch enorm. Das Finden von energiereicher Nahrung wird für unsere Vögel zum Kraftakt.

 

Dies jedoch nicht nur im Winter, sondern während des ganzen Jahres. In Folge nehmen Vitalität und Abwehrkräfte bei den Vögeln ab und die Vogelpopulation geht drastisch zurück. Manche sprechen bereits von einem Vogelsterben.

 

Um diese enormen Defizite an natürlichen Futterquellen auszugleichen, empfehlen zahlreiche Vogel-Experten nicht nur dringend, Gärten als Rückzugsraum für Vögel möglichst naturnah mit einheimischen Pflanzen und zahlreichen Nisthilfen zu gestalten, sondern sie raten stark zur Ganzjahresfütterung, da diese für Vögel hohen Nutzen hat.

Ganzjahresfütterung – Vorteile

Im Sommer und Herbst gewöhnen sich Vögel bei fortgesetzter Fütterung an die Nahrungsquelle und kennen diese bereits bei plötzlichen Winterbedingungen.

 

Eine Unterversorgung mit Nahrung kann bei Kälte schnell drastische Folgen haben. Für eine kleine Meise, der es nach einer kalten Winternacht nicht gelingt, ihren Gewichtsverlust von 10%, den sie während einer kalten Winternacht erleidet, durch Nahrung am nächsten Tag wieder auszugleichen, kann dies den Tod bedeuten.

 

Aus den Überwinterungsgebieten zurückkehrende abgemagerte Zugvögel benötigen ebenfalls energiereiche Nahrung, um schneller zu Kräften kommen.

 

Während der Jungenaufzucht können die Elterntiere ihren eigenen Futterbedarf schnell an der nahegelegenen Futterstelle decken, leiden nicht an Mangelernährung und können verstärkt Zeit in die Suche nach Insekten für ihre Jungen investieren.

 

Vögel, die mit der Jungenaufzucht schon zu einer Zeit starten, in der es noch zu massiven Kälteeinbrüchen kommen kann, sind besser versorgt.

 

Eine Ganzjahresfütterung verringert die Nestlingssterblichkeit. Auch starten Altvögel wie Jungtiere mit besten Überlebenschancen in den nächsten Winter.

Essen und Trinken

Nicht alle Vogelarten mögen das gleiche Futter - ihre Futterbedürfnisse sind ganz unterschiedlich. Die Generalisten unter den Vögeln, die zu uns an die Futterstelle kommen, sind relativ flexibel mit ihrer Nahrungswahl. Sie essen die gesamte Palette des von uns angebotenen Futters. Es gibt aber auch spezialisierte Arten, welche sich vorwiegend oder ausschließlich von Sämereien bzw. von Weichfutter ernähren können.

Als Körner- oder Samenesser werden jene Vogelarten bezeichnet, die sich als erwachsene Individuen ausschließlich oder vorwiegend von Sämereien ernähren. Diese Vogelarten haben einen sogenannten Kegelschnabel – kurz, dick und kräftig. Dieser eignet sich hervorragend zum Knacken hartschaliger Samen & Früchten.
Die Hauptnahrung der Körneresser in der Natur bilden Wildkräutern mit Samenständen.

Sogenannte Weichfutteresser haben einen langen, schmalen Pinzettenschnabel. Mit diesem Schnabel können sie keine großen Körner essen – sie sind auf kleine und weiche Nahrung angewiesen. die Hauptnahrung der Weichfutteresser in der Natur bilden Insekten, Spinnen, Obst und Weichtiere.

Info: Auch Dohlen sollte man unbedingt füttern. Sie sind bei uns in vielen Gebieten stark im Bestand zurückgegangen und leiden besonders an Nahrungsmangel. Man sollte auch Krähen oder Elstern an Futterstellen dulden. Wenn sie das dort angebotene Futter erhalten, werden sie weniger Vogelnester plündern. Damit ist derartige Versorgung vogelfeundliche Ablenkungsfütterung! Eichelhäher lassen sich euf einen bestimmten Futterplatz mit Nüssen ablenken.

Das richtige Futter

Sommer- und Winterfutter sind weitgehend identisch. Wichtig ist, dass alle Vögel das Futter finden, welches für sie geeignet ist. Je vielfältiger das Futterangebot ist, desto mehr Vogelarten finden etwas passendes. Dazu gehört im Sommer und Winter unbedingt folgendes Grundfutter:

Geformtes Fett (z.B. Meisenknödel, Energiekuchen, Futterglocke, Futterholz), geölte/gefettete Haferflocken, Erdnussbruch, Sonnenblumenkerne und feine Sämereien. Als Zusatzfutter auch heimisches Obst.

  1. Fettfutter 
    Besonders wichtiger Energielieferant! Der Verbrauch von Fett ist in der Brutzeit (April – August) am höchsten. Im Sommer müssen Vögel bei der Jungenaufzucht viel fliegen und haben folglich einen besonders hohen Energiebedarf - Fett ist der Antriebsmotor der Vögel. Fast nach jeder Jungenfütterung kommen die Vögel an die Futterstelle und essen Fett, damit sie wieder genug Energie haben, um für ihre Jungen Insekten zu fangen. Fett macht die Vögel nicht dick, sondern liefert ihnen die absolut notwendige Energie zum Fliegen, da ihre Muskulatur dringend Fett benötigt. (Quelle: Prof. Dr. Peter Berthold) Im Sommer wird ca. 25 x mehr Energie benötig als im Winter. Auch iIm Winter ist Fettfutter überlebenswichtig für die schnelle Energieversorgung nach kalten Nächten, wenn die Körperreserven schnell verbraucht wurden.

    --> Geölte/gefettete Haferflocken
    Ein MUSS an jeder Futterstelle. Ein besonderer Leckerbissen für alle Vögel und ganz besonders wichtig für Weichfutteresser!
    Viele Vögel können oder wollen nicht an hängendes Fettfutter. Diese benötigen ein fetthaltiges Streufutter, welches sehr einfach selbst herzustellen ist. (Rezept unten).


    Achtung: keine trockenen Haferflocken verfüttern, diese können quillen und den Kropf verletzen. (geölte Haferflocken sind bereits gequellt.) Einmal davon abgesehen, dass viele Vögel Haferflocken in diesem trockenen Zustand gar nicht mögen.

    --> Geformtes Fett
    z.B. Meisenknödel (ohne Netz!), Energiekuchen, Fettglocken, Futterholz
    Achtung: v.a. im Sommer in Schatten hängen, sodass sie bei starker Sonneneinstrahlung nicht zu weich werden. Lieber weniger raus und dafür öfter nachfüllen.


     

  2. Erdnussbruch (ungesalzen!)
    besonders hochwertiges Futtermittel mit hohem Fettgehalt. (Haselnüsse, Walnüsse auch geeignet, sind jedoch sehr teuer) . Auch Weichfutteresser können Energiereiche Krümel raus picken.
    Werden in speziellen Futterspender für Erdnüsse angeboten (Erdnuss-Futterhaus, Peanutfeeder, Drahtkäfigsilo - auf gute Verarbeitung achten!), da sie aus offenen Futterstellen leicht von Mäusen, Eichelhähern, Krähen oder Eichhörnchen in großen Mengen entnommen werden, ohne das kleinere Arten davon profitieren können.  


     

  3. Sonnenblumenkerne
    Viele Arten bevorzugen die schwarzen vor den üblichen gestreiften SBK, wegen ihrer weniger harten Schale und höheren Ölgehalts. Im Winter beliebter als im Sommer.

    TIPP: Im Sommer werden geschälte SBK bevorzugt, da die Vögel in der hektischen Brutperiode meist keine Zeit haben SBK zu öffnen. Sie sind jedoch teurer, und ihre Inhaltsstoffe denaturieren schneller ohne den Schutz der Schale.


     

  4. feine Sämereien
    Einige Arten bevorzugen feinere Sämereien. Diese sind zudem im Sommer auch für viele weitere Arten wertvoll für die Jungenaufzucht. Unserer Körneresser füttern ihre Jungen nicht nur mit Insekten, sondern mit steigendem Alter zunehmende mit breiigem Futter aus Sämereien, die im Kropf vorverdaut werden. Deshalb sollten auch feinere Sämereien ganzjährig angeboten werden. Elternvögel und natürlich auch ausgeflogene Jungvögel nehmen kleine Sämereien auch an Sommerfutterstellen auf. Vögel sind mittlerweile auf diese Fütterung angewiesen, da in unserer ausgeräumten Landschaft Wildkräuter, welche die meisten Menschen als „Unkraut“ bezeichnen, mit Gift vernichtet werden – und damit die Nahrungsquelle vieler Vogelarten.

    Achtung: Keine Samen sammeln!
    Heute sollten wir die wenigen in unseren ausgeräumten Landschaften übrig gebliebenen natürlichen Nahrungsquellen für Vögel keinesfalls plündern.


    --> geeignete Einzelsaaten:
    z.B. Ramtill (Nigersaat), Hanf, Lein, Raps, Buchweizen, Mohn, Hirse, etc.
    Welche Sämereien viel oder wenig gegessen werden hängt u.a. von den anwesenden Vogelarten ab. Einfach ausprobieren.
    Achtung: Getreideähnliches, wie Bulgur, Chia-, Leinsamen etc. vorquellen lassen bzw. nur im Fettfutter verwenden, da diese sonst im Kropf zu sehr aufquellen und zu Verletzungen führen können.


    --> geeignete Futtermischungen:
    - Für sperlingsgroße Vögel: Aufzuchtfutter für Waldvögel, Kanarienvögel-/ Stieglitzfutter.
    - Für etwas stattlichere Arten (z.B. Kernbeißer): eher größere Körner, z.B. eine Mischung für Großsittiche/ Sittichfuttermischungen.
    - Kleinere Tauben (Türken-, Hohl- & Turteltauben): kleinkörniges Turteltaubenfutter
    - Große Tauben (z.B. Stadt- & Ringeltauben): handelsübliches Taubenfutter (u.a. im Landhandel o.in Raiffeisenmärkten bei landwirtschaftlichen Genossenschaften erhältlich).

    Achtung: In vielen Fertigmischungen ist Weizenkörner als billiger Füllstoff beigemischt, diese bleiben jedoch zum Großteil im Futterhaus liegen, da diese nur wenige Arten essen.
    Des Weiteren ist vielfach Samen der Ambrosia in großen Mengen untergemischt. Die Pollen dieser aus Nordamerika stammenden Pflanze lösen heftige Allergieren aus. Die im Vogelfutter enthaltenen Samen können im Frühling keimen und der Pflanze zu weiterer Verbreitung verhelfen - zum Schaden von Mensch und Tier!

Als Zusatzfutter mögen einige Vögel gerne heimische Früchte – getrocknet oder frisch: v.a. Apfelstücke, auch getrocknete Beeren; keine Zitrusfrüchte! Halbierte Äpfel können ins Futterhaus gelegt oder einfach auf abgestorbene Äste von Gehölzen gesteckt werden. Bei frischem Obst sollte man im Winter darauf achten, dass es nicht einfriert.

Ungeeignetes Futter:

  • Futter mit Schimmel-/ oder Mottenbefall
     

  • Nahrungsmittel oder Speisereste von Menschen:
    Niemals Essensreste (auch keine Brot- oder Kuchenreste) verfüttern. Vor allem Lebensmittel, die Salz enthalten schaden Vögeln sehr. Viele Nahrungsmittel sind zudem mit Zusatzstoffen angereichert, welche uns nichts machen, aber den kleinen Vogelkörper schädigen können.
     

  • !! Ungeeignet zur Trockenfütterung (Futter ohne Zugabe von Fett) sind Kokosraspeln, Grieß, Reis, geschr. Leinsamen, Chiasamen, Bulgur, also alle Lebensmittel, die im Magen der Vögel aufquellen könnten!!

Fettfutter selbst gemacht: Fettglocke

  • 200 g Pflanzenfett (z.B. Biskin o. Palmin)

  • 200 - 250 g Futtermischung:
    --> Für Körneresser: Körnermischung, Erdnussbruch, Haferflocken
    --> Für Weichfutteresser: zarte Haferflocken, getrocknete Beeren & Früchte (ungezuckert, ungeschwefelt), kleingehackte Nüsse (Hasel-, Wal-, Erdnüsse), geschälte & zerbröselte Sonnenblumenkerne oder kleine Apfelstückchen gemischt.

  • Pflanztopf aus Ton, mit ca. 10 cm Durchmesser

Bevor das Fettfutter in den Tontopf gefüllt wird, muss zunächst das Seil zum Aufhängen befestigt und der Stock für die Vögel zum Sitzen befestigt werden (siehe Foto oben).
Das Fett wird vorsichtig in einem Topf erwärmt, bis es flüssig ist. Es sollte nicht aufkochen. Wenn das Fett weich ist, die Futtermischung hinzugegeben und gut vermengen. Je mehr Körner der Mischung hinzugefügt wird, desto lockerer ist sie im kalten Zustand. TIPP: Damit die Masse auch bei Kälte nicht hart und brüchig wird, kann ein Schuss Speiseöl (Sonnenblumen-, Rapsöl) hinzugeben werden. Nach kurzer Zeit beginnt die Masse durch das Erkalten des Fettes breiig zu werden. Wenn das Gemisch zu flüssig oder fest ist, noch etwas Futtermischung oder Fett dazu mischen. Ist die gewünschte Konsistenz erreicht, das Futtergemisch in die vorbereitete Form (Futterglocke, Futterast, etc.) füllen, evtl. festdrücken und auskühlen lassen. Nach dem Auskühlen, kann die Futterglocke an einem schattigen Platz gehängt werden, damit sich der Inhalt an der Sonne nicht zu sehr erwärmt und herausfällt.

 

 Weitere Rezepte:

Achtung:

Bitte kein Frittierfett (sowie Back- o. Pflanzenmargarine) für die Vogelfütterung verwenden. Bis auf ganz wenige Ausnahmen enthalten fast alle Frittierfette industriell gehärtete Pflanzenfette, sogenannte Transfette. Das können die Vögel nicht verdauen und ist schädlich. Da leider der Transfettsäuregehalt nicht immer auf der Verpackung genannt wird, sollte man nur solches Frittierfett benutzen, wo extra „ohne gehärtete Fette“ steht. So ist z.B. Biskin und Palmin unbedenklich, da der Transfettsäuregehalt unter 0,1 Prozent liegt. Von allen anderen ist wegen der Schädlichkeit für die Vögel abzuraten.

Fettfutter selbst gemacht: Streufutter

Viele Vögel gehen nicht gerne an Futterglocken oder Meisenknödel. Für diese kann man sehr einfach selbst ein fetthaltiges Streufutter herstellen, das man ins Vogelhaus geben kann.

Rezept für Weichfutteresser - geölte Haferflocken:

  • 160 ml Öl (Raps-, Sonnenblumenöl)

  • 500 g zarte Haferflocken


Öl in einem großen Topf erwärmen (Öl darf nicht sieden). Warmes Öl vom Herd nehmen, Haferflocken (und übrige Zutaten hinzufügen) und gut vermengen. Nicht anrösten lassen. Das Öl sollte gut in die Haferflocken eingezogen sein - die Haferflocken sollten auf keinen Fall vor Öl triefen. Nach etwa 1-2 Std. haben die Zutaten das Öl vollständig aufgesogen und kann nun verfüttert werden.  

Wer möchte kann noch nach belieben weitere Zutaten dazu geben. Die Ölmenge erhöht sich  entsprechend. Das Futter ist dann allerdings nicht lange haltbar (2 - 3 Monate).
z.B. kleingehackte/geriebene Nüsse (Hasel-, Wal-, Erdnüsse), geschälte & zerbröselte Sonnenblumenkerne heimische Beeren & Früchte (ungezuckert, ungeschwefelt; getrocknet oder Frisch; z.B. Rosinen, Beeren, kleine Apfelstückchen)

 

Rezept für Weichfutteresser - gefettete Haferflocken:

  • 500 g festes Pflanzenfett (z.B. Biskin und Palmin)

  • 200 g Sonnenblumenöl

  • 1500 g Haferflocken evtl. (2x feine, 1x kernige)

Fett auflösen und warm werden lassen. Öl und weitere Zutaten hinzufügen und ca. 5 Minuten auf kleinster Flamme verrühren. Danach etwas erkalten lassen und mit der Hand durchkneten. Die erkaltete Masse bei Bedarf zerbröseln.

Wer möchte kann noch weitere Zutaten dazu geben. Siehe obiges Rezept für geölte Haferflocken.

 

 

Rezept für Körneresser:

  • 500 g festes Pflanzenfett (z.B. Biskin und Palmin)

  • 200 g Sonnenblumenöl

  • 1500 g Körnermischung + Erdnussbruch

Wird genauso hergestellt wie die gefetteten Haferflocken. Es sollte nur so viel Fett verwendet werden, dass das Futter rundherum damit benetzt ist. Das Futter so lange rühren, bis das Fett abgekühlt ist und die Körner nicht mehr aneinanderkleben.  

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Die optimale Futterstelle

Vogelfutterplätze lassen sich fast überall errichten.  Am Balkon, Am Fenster, im kleinen Hausgarten - der kann so winzig sein, wie er will, wenn es Futter gibt, finden ihn die Vögel.

 

Aufgrund der unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten der einzelnen Vogelarten, die Futterplätze aufsuchen, und ihrer Anforderungen an die Nahrung ist die Darreichung des Futters auf unterschiedliche Weise sinnvoll, um möglichst viele Vogelarten anzusprechen. Wenn möglich sollte man unbedingt mehrere Futterplätze anlegen. Mehrere Anlagen vermindern die Konkurrenz und den Einfluss von Räubern.

Wichtig ist auch, dass das Streufutter (Sämereien, Geölte Haferflocken, Nüsse) in verschiedenen Höhen ausgebracht und somit den natürlichen Instinkten der unterschiedlichen Vögel folgen.

Die optimale Futterstelle umfasst eine Kombination von großräumigem Futterhaus, säulenförmigen Futtersilos einschließlich Erdnuss-Spender sowie Fettfutter (einschließlich geölte Haferflocken!). Im offenen, gut einsehbaren Gelände (keine Vegetation hinter der sich Räuber verstecken können) ist auch eine Bodenfutterstelle empfehlenswert. Wobei das große Futterhaus immer an erster Stelle stehen sollte.

Futter sollte man regelmäßig und bereits am Abend zuvor auslegen, damit das Futterstellen immer Futter aufweist. Wer so vorgeht und eine breite Palette von Futtermitteln anbietet, schafft einen attraktiveren Futterplatz nicht nur für Standard-Vogelarten.

TIPP : Je mehr natürlicher Lebensraum Futterstellen umgibt, desto mehr Arten und Individuen werden sie nutzen. Den eigenen Hausgarten sollte man um die Futterstelle herum möglichst zu einer regelrechten Oase für Vögel und andere Tiere gestalten, in der die Futterstellen dann das i-Tüpfelchen sind.

 

Gefahren vermeiden:

  • Nicht in der Nähe stark befahrener Straßen aufstellen

  • Fenster: Es passiert häufig, dass ein Vogel gegen die Scheibe fliegt und sich dabei das Genick bricht. Fensterbilder, Mobiles, UV-Markierungen oder angeklebte Greifvögel-Silhouetten schützen nur bedingt. (Greifvogelsilhouetten funktionieren, wenn überhaupt nur in weiß und mit Kopf nach unten) Effektiver ist ein weißes (!) Insektenschutzgitter vor dem Fenster, mit dem positiven Nebeneffekt, dass keine Insekten mehr ins Haus kommen. Besonders wirksam sind vertikale ||| Stäbe in einem Abstand von ca. 10 cm.

  • Zum Schutz vor Katzen sollte der Futterspender 1,5 m über dem Boden angebracht werden (Ausnahme: Grundfuttertisch; nur auf großer offenen Fläche). Katzengürtel und Baumkragen verhindern, dass Katzen Bäume hochklettern können

Der richtige Futterspender

Das Futter sollte vor Nässe geschützt sein. Nasses Futter schimmelt schnell und ist dann ungenießbar. Leider gibt es in der Fülle von angebotenen und zum Eigenbau vorgeschlagenen Futterhäuschen und oft viel zu kleinen Futterhäuschen viele, die lediglich mehr oder weniger hübsch aussehen und für Vögel ungeeignet sind.

In diesem Kapitel werden einige grundlegende Konzepte der Futterdarreichung vorgestellt. Futtersysteme können je nach Hersteller oder Bauplan durchaus im Detail von den hier gezeigten Beispielen abweichen. Insgesamt sollte immer auf eine gute Verarbeitung geachtet werden, da sonst verletzungsgefahr besteht.

TIPP: Vögel suchen grün gefärbte Futterspender bevorzugt auf. Vor roter farbe haben sie in aller Regel Angst.

1. Hängende Futterspender

Einige Vogelarten suchen ihre Nahrung am liebsten in luftiger Höhe, auf Zweigen bzw. im dichten Geäst von Bäumen und Hecken oder am Baumstamm. Für diese geschickten Kletterkünstler sind hängende Futterspender ideal.

  • Futtersysteme für Sämereien
    --> hängendes Futterhaus mit Silo in der Mitte

    --> Futtersäule mit runden ringen
    (für die winzigen Nigersamen gibt es spezielle Säulen)
    Futtersilos haben zwar Vor-, aber durchaus auch Nachteile: Vorteile: reduzieren Futterverluste, halten Futter frei von Verkotung
    Nachteile: bei Wind kann Regenwasser seitlich durch die Öffnungen ins Futter gelangen, das dort kaum abtrocknet und u.U. zu Schimmelbildung führt. Viele Vögel tun sich mit Silos schwer, während sie am Futterhaus mühelos an Nahrung gelangen. Eignet sich nur für Körner, Weichfutter (z.B. geölte Haferflocken) würde darin verkklumpen und nicht richtig nachrutschen.

     

  • Futtersysteme für ganze Nüsse
    (niemals in Plastiksäckchen anbieten. Verletzungsgefahr!)
    --> Futterhaus für Erdnüsse (aus Holz)

    --> Drahtgittersilo (auf gute Verarbeitung Achten!)


     

  • Futtersysteme für Fettfutter
    --> Futterholz (v.a. für Spechte und Baumläufer)

    --> spezielle Halter für Fett-/Energieblock, -kuchen, -rollen, Erdnussbutter

    --> Meisenknödel (ohne Plastiknetz!)

    gehören in ein eine Halterung, wo sie von außen bepickt aber nicht als Ganzes weggetragen werden können.
    Empfehlenswerte Meisenknödelhalter sind z.B.:
    Meisenknödelhalter-Karussell, Halter für nur einzelne Knödel (keiner kann nachrutschen)

    Achtung: Meisenknödelhalter werden in den unterschiedlichsten Materialien und Formen angeboten. Viele birgen jedoch Verletzungsgefahr für unsere Vögel.
    --> Meisenknödel in Netzen, an denen können sich die Vögel die Füße und den Schnabel verletzen oder sogar zu Tode kommen. Zudem kann es sein dass diese Knödel im Säckchen von Rabenvögeln, Eichhörnchen u.a. Verschleppt werden und schließlich in der Landschaft rumliegen.
    --> Bei vielen Meisenknödel-Spender (Säulen, Kranz, Federn/Spiralen) besteht Gefahr durch nachrutschende Knödel, während der Vogel den Kopf hinein steckt.
    --> Auch in Spiralhaltern oder Schneebesen können sich Vögel verfangen. (Todesgefahr!)

 

2. Bodenfutterstelle

Viele Vogelarten, suchen ihre Nahrung vorrangig durch Wühlen im Boden oder in der Laubstreu. Meisenknödel oder andere Futterspender, die frei in der Luft hängen nützen diesen Vögeln nichts – sie brauchen einen fest montierten Futterplatz oder müssen am Boden gefüttert werden.
Achtung: Futterstelle am Boden nur in offenem, gut einsehbaren Gelände.
--> Gut geeignet sind dort sog. “Grund-Futtertische”. Etwas erhöhte “Tische” mit einem feinen Gitterboden, durch den Regenwasser ablaufen kann. Wesentlich besser, als wenn man das Futter auf den Boden streut. Es wird zwar nass, wenn es regnet, aber es trocknet auch wieder. Außerdem wird die Bodenfläche nicht verunreinigt. Wenn Futter gelegentlich feucht wird, macht das ncihts, solange es nicht schimmelt – viele Arten bevorzugen aufgeweichte oder ankeimende Sämereien.

3. Das ideale Futterhaus

Ein großes, geräumiges Futterhaus mögen (fast) alle Vögel und ist, wenn richtig gebaut, auch am besten geeignet. Es ist zum einen erhöht und verschafft den Vögeln dadurch einen guten Überblick, hat aber eben auch einen “Boden” auf dem das Futter gesucht und gepickt werden kann.

Mit einem guten, großen Futterhaus, wo möglichst alle Arten hineingehen und Futter holen können, ist man IMMER auf der richtigen Seite. (evtl. mit einem Silo in der Mitte für Sämereien und Nüsse) und sollte von allen Futterspendern an erster Stelle stehen

Es ist aus preiswertem Material leicht selbst zu bauen, lange haltbar und pflegeleicht. Es kann bei Bedarf über 25 kg Streufutter bereithalten und von vielen Vögeln gleichzeitig besucht werden, ohne dass sie sich sonderlich stören

  • Grundfläche: mind. 50 x 50 cm

  • Höhe: mind. 30 cm (damit sich auch mehr zögerliche Arten wie Kernbeißer, Stieglitz, Buchfink u.a. ins Futterhaus hineintrauen.)

  • Dach: mind. 60 x 60 cm (muss ausreichend weit überstehen, damit das Futterbrett bei Regen und Schnee trocken bleibt.)

Auf der einen Seite sollte die Futterstelle etwas frei stehen (nicht ins dichte Gebüsch), sodass Vögelden Bereich um die Nahrungsquelle daher gut überblicken können, um rechtzeitig die Flucht antreten zu können, wenn sich eine Katze unter der Futterstelle verbirgt oder sich ins Futterhaus rein setzt. Katzen sollten in der Nähe von Futterstellen nicht leicht Deckung finden.

Aber auf der anderen Seite sollte die Futterstelle in der Nähe von Bäumen und Büschen stehen, die idealerweise von mehreren Seiten in Zuleitfunktion (kurze Anflugwege), auch versteckt lebende Arten, die nicht gerne ins Freie gehen (z.B. Grasmücken, Zaunkönig, u.a.) die Möglichkeit geben Zugang zum Futter zu erlangen.

Bezugsquellen für Futter & -spender

Vogelfutter bekommt man in allen Supermärkten, Gartencenter und im Zoofachhandel. Es sollte jedoch unbedingt auf gute Qualität geachtet werden. Keine Billigware die ewig im Lager stand, evtl. nass geworden, schimmlig und somit voll mit Giftstoffen (Aflatoxinen) ist. Muss man wirklich bei ganz seriösen Anbietern beziehen.

Pauls Mühle, welzhofer, zoo-papp

 

diefutterkammer, vivara , Vogeltreff 24, Futterspatz, Futterbauer, wintervogelfutter, dehner, rahmer-muehle, schwegler-natur, claus-futter, frunol-delicia, rolli-pet, stroetmann, fressnapf, hofmax, vitakraft, gevo-gmbh, erdtmann

Vegane Meisenknödel von der Firma Donath und über den „Lebe Gesund Versand“

Wasser ist lebenswichtig

​Vögel benötigen nicht nur Futter, sondern auch Wasser. Ganz besonders in trockenen Zeiten ist sauberes, frisches Wasser für sie überlebenswichtig.

In die Nähe jeder Fütterung gehört auch eine Trink- und Badeeinrichtung. Fast alle Vögel müssen täglich trinken und häufig baden – im Winter und Sommer. Steht im Winter bei Kahlfrost kein Schnee zur Verfügung, müssen sie oft weit zu offenem Wasser fliegen. Dort baden sie auch bei Frost, ohne dass ihr Gefieder vereist – es ist nämlich extrem Wasserabweisend. Im Winter kann man Wasserstellen mit einem Tränkenwärmer offen halten. Damit wird auch verhindert, dass Vögel an Straßenrändern lebensgefährliches salzhaltiges Schmelzwasser aufnehmen, das dort nach Ausbringen von Streusatz entsteht.

 

Ideale Tränken und Vogelbäder sind flache muldenförmige Schalen (z. B. großer Blumentopfuntersetzer) mit maximal 5 cm Wassertiefe und rauer Oberfläche. Man sollte einen flachen Stein als Inseln in die Schale legen (evtl. etwas seitlich). Dies ermöglicht es auch kleineren Vögeln und Insekten die Wasserstelle aufzusuchen, um ihren Durst zu löschen. Dass Vögel Wasserstellen zum Trinken und zum Baden verwenden ist normal- das geschiet in der Natur ständig in Pfützen usw.

Achtung:

Wenn ein sogenanntes Grünfinkensterben auftritt (durch Geisseltierchen / Trichomonaden hervorgerufene Krankheit). Dann kann eine Wasserstelle eine Infektionsquelle werden. Beim Trinken bringen die kranken Vögel die Krankheitserreger ins Wasser, die sich dort 24 h halten und in dieser Zeit von anderen Vögeln aufgenommen werden können. Kanke Tiere gehen besonders häufig ans Wasser, weil sie Schwellungen im Schnabel haben, welche sie Kühlen wollen.
Daher sollte im Falle eines solchen Grünfinkensterbens, die Wasserstelle entfernt werden. Die anderen Vögel müssen sich das Wasser woanders suchen.

ABER: Die Futterstelle unbedingt beibehalten! Vögel die eine gute Ernährung haben, haben eine gute Chance, dass sie von der Krankheit nicht befallen werden und durch kommen. Daher weiter Füttern, aber Wasserstelle einstellen. 

Hygiene

 

Vögel haben eine sehr hohe Körpertemperatur (bis ca.45 °C). Diese gewährleistet zum einen einen hohen Infektionsschutz und zum anderen haben Vögel ein sehr gut funktionierendes Immunsystem.

Deswegen reicht es völlig aus, das Futterhaus alle paar tage mal grob zu reinigen (Futterreste und Kot auskehren). Einmal im monat sollte die Futterstelle etwas besser gereinigt werden, d.h. ausgekratzt und gegebenenfalls auch gewaschen werden, bei starker Verschmutzung auch mit heißem Wasser. Einmal im Jahr ganz gründlich. Reinigungs- und Desinfektionsmittel sollten immer vermieden werden, da sie Vogelfutter verunreinigen können - heißes wasser reicht völlig aus.

 

Man kann sich die Reinigung durch Einlegepapiere, herausnehmbare Begrenzungsbrettchen oder -leisten erleichtern. Reinhaltung wird weiterhin begünstigt durch häufige Verabreichung kleinerer Futtermengen und regelmäßiges Entfernen alten Futters sowie durch Vorkehrungen, die verhindern, dass Futter nass wird und schimmelt (wodurch auch für Vögel gefährliche Aflatoxine entstehen können).

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